Starker ZDF-Montag mit “Iris” und “Gegen die Angst”

So etwas passiert nicht oft im öffentlich-rechtlichen Langweiler-Fernsehen, da fesselt das “Zweite” den Zuschauer tatsächlich den ganzen Abend am TV und weiß sogar zu unterhalten. Stressfrei ohne Werbung, nur der Inhalt bot packende Spannung.

Begonnen hatte der ZDF-Abend um 20.15 Uhr mit dem Film “Gegen die Angst“, sehr gut und real wurde sich an ähnlichen Fällen abgearbeitet und starke Schauspieler sorgten für 90 Minuten informative, spannende Unterhaltung. Staatsanwältin Judith Schrader, gespielt von Nadja Uhl war authentisch in ihrem Kampf gegen die Clan-Kriminalítät und die Gegenseite mit Judith Engel als Anwältin, Atheer Adel als Chef oder Sabrina Amali als Kronzeugin und Polizeikollegin Leyla wirkten in ihren Rollen sehr gut besetzt.

Danach ging es gleich weiter mit einer SPIEGEL-Reportage im ZDF, die sich genau des Themas annahm und vermutlich auch daher noch einige Zuschauer an den TV-Geräten ließ. Kurz und knackig eine halbe Stunde mit Bezug zu einigen Szenen aus dem Film “Gegen die Angst” und Interviews zu Clan-Strukturen, ohne das aber zu plakativ zu glorifizieren oder anders zu bewerten. Um 22.15 Uhr wurde man wieder in die komplett wirklich Welt mit den heute-Nachrichten geführt und manchmal wünscht man sich hier so frische Sprecherinnen wie man es gewohnt ist auf n-tv.

Das ZDF zeigte am Abend den Krimi «Gegen die Angst» und markierte damit 6,00 Millionen Zuschauer, darunter 0,80 Millionen Junge. Der Gesamtmarktanteil lag bei starken 19,0 Prozent. Die zum Spielfilm passende Dokumentation «Die Macht der Clans» behielt im Anschluss noch 5,32 Millionen Zuschauer vor dem Fernseher, was für den Mainzer Sender einen Marktanteil von konstanten 19,1 Prozent bedeutete. Das «heute journal» schaffte es zum Abschluss der besten Sendezeit die Reichweite nicht zu halten und verbuchte 3,21 Millionen Interessierte, darunter 0,59 Millionen 14- bis 49-Jährige. Der Marktanteil fiel auf 13,8 Prozent. Quelle: Quotenmeter Primetime-Check Montag, 25. März 2019

Der TV-Abend im ZDF ohne Fernbedienung wurde abgerundet mit einer Fernseh-Premiere und dem Erotik-Thriller “Iris – Rendezvous mit dem Tod”, der nicht nur die Frau des erfolgreichen Bankers Antoine Doriot fesselte, sondern auch alle Fans dieses Genres und der spannenden Abendunterhaltung. Ein spannender Film mit gelungenen Darstellern und Wendungen, die die Zuschauer manchmal in die Irre führten. So war man wirklich bis 0.15 Uhr, also vier Stunden, bestens unterhalten angefangen von dem Film “Gegen die Angst” über Infotainment und zum Abschluss einem Erotikthriller.

Gut gemacht, ZDF und Danke für den Montagabend!

Quelle: Iris – Rendezvous mit dem Tod – Thriller | klack.de

Gottschalk moderiert Hitparade

Der Thomas Gottschalk moderiert einfach alles weg, was nicht schnell genug jemand anderen findet und so wird auch das Jubiläum der Hitparade von Thomas Gottschalk moderiert werden.

Damals zu Originalzeiten und somit in Zeiten des Erfolges solcher Formate, war der Showmaster der “Hitparade” ja bekanntlich Dieter Thomas Heck und jetzt zum Jubiläum 50 Jahre Hitparade gräbt man den alten Onkel, der in letzter Zeit immer über das Fernsehen meckert, wieder aus, damit Thomas Gottschalk wieder einmal mehr in Erinnerungen schwelgen kann. So wie zu Wetten dass-Zeiten, als die damals quotenträchtige Kuh so richtig gemolken wurde und aber irgendwann aus der Zeit fiel, wie auch der Gastgeber im ebenfalls überalterten ZDF selbst.

Da ist es also nur folgerichtig, dass wieder die Mottenkiste geöffnet wurde und mit keiner Überraschung der Ansager für die dann folgenden Playback-Auftritte präsentiert wird. Bei RTL ist das der Oli Geißen übrigens, der auch omnipräsent ist und irgendwann auch die hartnäckigsten Fans umschalten lässt. Das könnte noch einer der wenigen Unterschiede sein, weil beim ZDF nur noch abschließend ausgeschaltet wird.

Quelle: Gottschalk moderiert Show zum “Hitparade”-Jubiläum – DWDL.de

ZDF trotz Wetten dass Show auf neuem Tief – Lösung durch YouTube-Star-Casting?

Zu der Show “Wir lieben Fernsehen” kann ich mich gar nicht kompetent äußern, weil alleine schon die Auswahl der Moderatoren Johannes B. Kerner und Steven Gätjen mich nicht zum Einschalten bewegt hat. Die Idee, den Samstag mit ollen Kamellen zu füllen, die von zwei auch nicht wirklich vor Energie, Wortwitz oder Spontanität sprühenden Menschen im gut bezahlten öffentlich-rechtlichen Fernsehen präsentiert werden, war ja im Grunde genommen schon im Ansatz zum Scheitern verurteilt. Aber das ZDF lässt sich dadurch nicht aus der Ruhe bringen – warum auch? Die Gebühren fließen ja.

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“Wetten dass” kann ein Befreiungsschlag fürs ZDF werden

Die Lösung für das Show-Problem “Wetten dass” könnte dennoch vom ZDF selbst geliefert werden. Denn eigentlich schwirrt wohl das ehemalige Schlachtschiff der abendlichen Fernsehunterhaltung in den Köpfen der Intendanten herum, könnte man denken. Denn laut Medienberichten durfte Thomas Gottschalk mal wieder am Samstagabend ran, wenn auch nur im Rahmen des Formats der oben genannten Show.

Unterhaltungsprofis würden dem ZDF wohl raten, einen größeren Bogen zu spannen und mit dem Faktor Zeit zu spielen. Was spräche denn dagegen, im Rahmen eines öffentlich ausgestrahlten Castings für Gameshows eine Sendereihe zu machen, beginnend zum Beispiel im Frühling 2018 und endend Mitte November, um dann vier Wochen später eine schöne Neuauflage des Formats “Wetten dass…?!” zu senden?

Video Days in der Kölner Arena
Großer Ansturm auf die Kölner Arena – Foto: FunTas World (c)

Natürlich muss sich dann auch die Moderation der Aktualiät anpassen und man könnte sich vielleicht aus dem Pool der wohl unzähligen jungen YouTuber bedienen. Die haben schon eine gewisse Grundvoraussetzung und könnten Schritt für Schritt an eine mögliche neue Show herangeführt werden. Man ist da auch nicht gebunden auf männlich oder weiblich, so eine Moderation ist nicht geschlechterspezifisch und beide haben unterschiedliche Fanbases, die aber eines gemeinsam haben: Die YouTube-Stars sind hervorragende Influencer, die über den Hebel der Videoplattform ordentlich die Werbetrommel rühren könnten. Außerdem werden einige sowieso aufgrund neuer Richtlinien bei YouTube oder auch aufgrund eines dann schon irgendwann fortgesetzten Alters mit 20+ auf der Suche nach anderen Kanälen der Selbstdarstellung sein.

Ganz nebenbei darf sich dann das etwas spröde daherkommende ZDF auch mal innovativ nennen und eventuell eine Vorreiterrolle bei der Findung von neuen, frischen Stars haben. Risiko gibt es für den gebührenfinanzierten Sender auch keines. Schlechte Kritiken bekommen auch schon länger hier moderierende, wie man am Beispiel Kerner & Gätjen merkt.

Quelle: “Wir lieben Fernsehen” fällt am Samstag auf neues Tief – DWDL.de

Show: Mich täuscht keiner im ZDF

Wie so oft habe ich mir auch diesmal die Premiere der Show “Mich täuscht keiner” im ZDF angeschaut und mein Fazit schon vorweg: Kann man sich mal angucken so innerhalb der Woche, wenn nichts anderes vernünftiges läuft oder man keine Lust hat auf Fernsehen aus der Konserve. Bei dieser Show geht es darum, seine sieben Sinne beisammen zu haben – denn die prominenten Kandidaten werden immer wieder aufs Neue getestet, was sie sehen, fühlen, riechen, schmecken oder hören. So müssen sie sich unter anderem als Zeuge an eine zuletzt gezeigte Szene, die im Studio entstanden ist, beweisen und schildern was sie gesehen haben bzw. entscheiden welche Farbe zum Beispiel die Schrift auf dem Schild hatte.

Diese Art der Fernsehunterhaltung funktioniert ja nach einem relativ einfachen Prinzip und gibt es auch schon auf anderen Kanälen, interessantes und wissenswertes wird verknüpft und im Rahmen von einem Quiz von einem Moderator, hier Dirk Steffens, präsentiert. Die prominenten Kandidaten müssen sich dann für A, B, C oder D entscheiden. Dies gelang eigentlich auch ganz gut und so plätscherten die 90 Minuten ganz unterhaltsam so hinunter, Katrin Mueller-Hohenstein setzte ihre Sinne am besten ein bzw. ließ sich am wenigsten hinters Licht führen. So gesehen kann man diese Schau mit neuen Fragen und Aufgaben beliebig oft wiederholen, Promis gibt es genügend und so dürfte es auch nicht schwer sein, weitere Kandidaten zu finden.

Für mich persönlich war es jetzt kein Highlight, wo ich begeistert lachend oder staunend aus dem Stuhl gefallen bin – aber immerhin habe ich nicht genervt die Aufnahme schnell Vorlauf einlassen oder ausgemacht, so würde ich also bei mangelnden Alternativen auch in mich täuscht keiner im ZDF einschalten. Das eine oder andere kann man ja zu Hause sogar mitmachen und so wird man auch animiert, vielleicht selber Ideen oder Strategien zum Verbessern der eigenen Sinne zu entwickeln und sich weiter über dieses Thema zu informieren.

Die Aktion von Ralf Kabelka war unnötig

Man kann immer denken und sagen was man will, das Demonstrationsrecht ist ein Grundrecht und auch Gegendemonstrationen sind erlaubt. Um Recht und Gesetz durchzusetzen, bekommt die Polizei als staatliche Gewalt die Möglichkeit, entsprechend einzugreifen oder die beiden Parteien zu trennen. Ich mag auch nicht alles, wofür oder wogegen demonstriert wird, aber ich respektiere und akzeptiere, dass es Menschen gibt mit Interessen oder politischen Forderungen – dies alles können Sie auf Demos äußern und so war ich ja auch vor einiger Zeit auf einer Demo gegen TTIP. Ich hätte mich aber sicherlich auch nicht gefreut, wenn auf einmal jemand als Clown kostümiert mein Anliegen lächerlich macht und dies auch noch in aller Öffentlichkeit gesendet wird.

Gemeint ist die Aktion von Ralf Kabelka, als er auf der AfD-Demonstration die Teilnehmer provozierte, um damit vermutlich bei der heute-Show zu glänzen. Hierzu habe ich schon in dem Artikel zum TV-Experiment plötzlich Krieg erläutert, dass ich so ein Verhalten nicht gut heiße. Aus einer sicheren Deckung heraus von oben herab mit ungleichen Mitteln schießen gegen Leute, die wirklich einfach nur demonstrieren gegen die Politik von Angela Merkel. Dabei ist mir wichtig, dieses Anliegen nicht zu bewerten und jede Demonstration braucht vermutlich auch eine Gegendemonstration und sinnvollerweise könnte man sich aufgrund beider gehörter Meinungen ein besseres ein besseres Bild der Sachlage, somit ein eigenes Urteil bilden.

Zudem war das Verhalten von Ralf Kabelka absolut albern (“das ist eine Karnevalsveranstaltung hier”) und spiegelt vielleicht nur die Interessen niederer Instinkte und der des ZDF wieder, ob das allerdings auch den Nerv der Zuschauer trifft und sie sich auf einer der nächsten Sendungen davon unterhalten fühlen, steht auf einem anderen Blatt Papier. Ob überhaupt dieses eher peinliche Getue dieses Protagonisten des öffentlich-rechtlichen Fernsehens gezeigt wird, werden wir sehen. Das Video existiert auf YouTube.

Zweifel könnte auch wieder etwas an den Bildern manipuliert werden, wie es schon oft getan worden ist und somit Dinge aus dem Zusammenhang gerissen werden bzw. wurden. Dann muss sich das Team von der heute Show wieder entschuldigen oder eine Gegendarstellung senden. Aber eigentlich sollte sich ein Satire-Magazin oder eine Sendung mit diesem Ziel souveräner Verhalten oder ausgeglichenen austeilen in alle Richtungen. Das entspricht aber wohl nicht dem Auftrag bzw. der vorgegebenen Richtung und so wird man weiter Beiträge dieser Art sehen – auch wenn Ralf Kabelka hier eine eher unrühmliche Rolle spielt. Noch einmal zu oben: man soll einfach nicht grundlos Menschen in der Öffentlichkeit provozieren, nur der Quote willen oder um sich selbst in einem guten Lichte zu zeigen!

Aufgabe des ZDF oder der Fernsehsender im allgemeinen sollte eine gewisse Neutralität sein und man darf dem Zuschauer zutrauen, dass er in der Lage ist, sich ein eigenes Bild über bestimmte Situationen in der Politik oder in anderen Bereichen zu machen. Was aber derzeit getan wird, ist immer die gleiche Richtung, ein Denken wird vorgegeben und wer anders denkt, der denkt falsch. Die Satire in der heute Show hat schon länger nachgelassen, auch wenn es immer wieder zwischendurch auch lichte Momente gibt.

Atemlose Helene Fischer bei Wetten dass

Nun wird es ja am Samstag den 13. Dezember 2014 im ZDF einen großen Abschied von “Wetten dass” mit Markus Lanz geben und zum krönenden Abschluss ist natürlich auch die unvermeidbare Helene Fischer zu dieser Show eingeladen. Es scheint in diesem Jahr 2014, dass man trotz größerer Bemühungen an Helene Fischer nicht vorbeikommt – jede Woche ist sie mit irgend einer Belanglosigkeit in den Schlagzeilen einiger Blätter und wenn sie das nicht ist, dann ist sie auf irgend einem Sender zu sehen. Entweder moderiert sie gerade den Bambi oder sie singt dort und selbst bei der Feierlichkeit vor dem Brandenburger Tor mit unserer Nationalmannschaft zur gelungenen Weltmeisterschaft im Sommer gab sie ein Stelldichein mit “Atemlos” im Trikot, sowieso.

Vielleicht ist gerade die Tatsache, dass man sie eigentlich sehr gerne sieht und eben nicht immer und immer wieder auf dem aktuellen Stand gehalten werden will, gerade der Grund für eine gewisse Abstumpfung wenn man den Namen Helene Fischer hört oder liest. Noch vor einiger Zeit war sie ein Synonym für so eine Art “perfekter Superstar”, mit ihrer bescheidenen Art und Weise, sich auch nur auf das Wesentliche und ihre eigene Show zu konzentrieren bekam sie Respekt und Zuneigung von allen Seiten.

Jetzt hängt ihr die Bild Zeitung knapp unterm Rockzipfel, um auch ja keine Bewegung oder kein Bild von Helene Fischer zu verpassen. Helene Fischer im T-Shirt, Helene Fischer im Mini-Glitzer-Höschen, Helene Fischer hier und Helene Fischer da. Und wenn die Bild Zeitung darüber berichtet, dann fühlen sich auch andere sogenannte Medien dazu berufen, ihre weniger werdenden Leser unaufgefordert mit diesen Neuigkeiten zu bedienen. Helene Fischer ist zweifelsfrei relativ begabt, kann gut singen und hat sehr viele schöne Lieder zu präsentieren – aber irgendwann ist der Kanal im wahrsten Sinne des Wortes voll und man hat ein wenig das Interesse an ihr verloren ob der permanenten Berichterstattung über sie.

Immerhin wird Helene Fischer noch nicht als Moderatoren für die “Wetten dass”-Nachfolge gehandelt, was sich aber spätestens nach dem Auftritt am Samstag den 13. Dezember 2014 in der letzten Show dieser Art ändern wird. Hoffentlich können die Jury von “Voice Of Germany” oder die Fantastischen Vier dieses Ungleichgewicht etwas auspendeln und der letzten “Wetten dass”-Show nicht nur des Jahres, sondern –angeblich überhaupt- noch ein bisschen Leben einhauchen. Markus Lanz wird wie gewohnt und wie ein Beamter seine ihm zugeführte Aufgabe als Moderator dieser Show von vorne bis hinten durchmoderieren und sogar einige Highlights aus den letzten Jahren präsentieren.

Natürlich wäre es auch ein nahe liegender Gedanke, wenn man diesen Kreis schließen würde mit den bisherigen Wetten dass-Entertainern wie Frank Elstner, Thomas Gottschalk oder Wolfgang Lippert – sie alle hätte man noch einmal zur Abschluss-Show einladen können und so gemeinsam einen großen roten Schlussstrich unter diese Sendung ziehen lassen können. Denn längst wurde dem Show-Dino das Wasser von wesentlich frischeren und besseren Konzepten abgegraben, so das der Dampfer ohne richtigen Kapitän irgendwann vom Kurs abgewichen ist bzw. schon mit Kursrichtung offenes Meer der ungewissen Zukunft überlassen worden ist.

Zweifelsfrei hätte man diese Sendung weiterführen können, aber alleine diese unselige Diskussion in der Öffentlichkeit über die Nachfolge von Thomas Gottschalk war dermaßen unwürdig und unprofessionell, dass sie das ganze Dilemma des eigentlich großen und reichen gebührenfinanzierten Senders ZDF darlegte. Auch sie sind schuld daran, dass die letzten Jahre keine wirkliche Entwicklung mehr zu verzeichnen war und man nun dem ganzen keine Chance mehr geben möchte. Lachende Dritte sind die privaten Sender, die in diesem Bereich der Fernsehunterhaltung wesentlich agiler durch Wettbewerb sind.

Dabei könnte das ZDF unabhängig von Quoten viele Dinge auch in ihren Spartensendern probieren und sie hätten unendlich viel Zeit und Gelegenheit, neue Talente an die Materie heranzuführen und sie so eine gesunde Basis zu schaffen für neue Shows, neue Sendungen die nicht nur Menschen auf einfachem Niveau unterhalten, sondern vielleicht auch schon hier eine mögliche neue, höhere Stufe erreichen könnten. So aber wurde diese Chance einer Neuausrichtung vertan und man verzichtet darauf, macht einfach weiter wie bisher.

Die meisten werden es nicht merken, da sich für viele nichts geändert hat.

ZDF–Mit dem Zweiten lügt man besser

Hatte man noch irgendwo eine Art Rest an Vertrauen in die öffentlich-rechtlichen Sender und hat man schon die Privaten nur in “Notfällen” an, so gibt einem diese Woche in der ersten Juli-Hälfte 2014 doch einen Grund mehr, den Medien generell, aber dem ZDF im Speziellen nicht mehr über den Weg zu trauen. frei nach dem Motto: Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht. Wäre das ZDF wie Pro7 und hätte sich fast vollständig in die mediale Bedeutungslosigkeit katapultiert, außer Raab gelingt wieder irgendein genialer Coup, aber nein – es ist das ZDF. Da hängen Millionen von Gebührenzahlern dran und entsprechende Einnahmen. Da zeigt man sich seriös und will immer auch so in den Sendungen wahrgenommen werden. Wie aber soll das Vertrauen wieder hergestellt werden? Bei mir bleibt da eher Leere und die Bereitschaft, etwas in den öffentlich-rechtlichen TV-Anstalten ernst zunehmen außer Oliver Welke mit seiner “heute show”, tendiert gegen Null. Vielleicht macht es auch Spaß, alles ins Lustige zu ziehen gedanklich beim Anschauen der “Nachrichten” um 17 Uhr oder später. Vielleicht wird hier auch nicht immer die volle Wahrheit gesagt? Was wäre dies überhaupt? Wahrscheinlich wird auch viel von der Perspektive her verschoben und somit zwar nicht gelogen in der ursprünglichen Form – aber eben auch nicht so ganz die Wahrheit gesagt. Wenn man Informationen weglässt, kann das auch eine Manipulation sein. Naja im Grunde ist das jetzt auch egal, was gesendet wird für mich. Mehr dazu in Stefan Niggemeiers Blog

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“Mit dem Zweiten sieht man besser” – dieser ZDF-Spruch kann nun umgewandelt werden

Hintergrund: Das ZDF hatte am Freitag, den 11. Juli 2014 zugegeben, dass die Erstellung der Ranglisten bei „Deutschlands Beste“ fehlerhaft gewesen ist. Zur Erinnerung: Das ZDF hatte in zwei getrennten Sendungen am Hauptabend “Deutschlands Beste” präsentiert – zuerst kamen die Herren dran und am zweiten Abend dann die Damen. Alles weitere steht ja auch in dem Link. Einen Tag vorher, am Donnerstag, kam der eigentlich sehr beliebte Polittalk mit Maybrit Illner. Auch hier kann ich nur den Kopf schütteln, auch wenn ich sehr gerne Fußball und eben auch die Weltmeisterschaft schaue. Aber eben nur dann, wenn auch Fußball stattfindet und nicht in Form dieser Runde mit im Grunde immer den gleichen Gesichtern, die man aus den diversen Lanz-Talks schon kennt. Das Ganze war so belanglos und seichter Natur, dass man sich schon fragen musste, was das nun sollte?! Zumal Markus Lanz direkt im Anschluss und auch die Abende zuvor verlässlich auf ebensolche Thematik mit den mittlerweile fast schon überpräsenten Gesichtern setzte. Will sagen: Irgendwann ist auch mal gut mit Fußball und man muss nicht so tun, als würde man den Zuschauer mit wenigstens politisch angehauchten Themen überfordern. Anlässe gab es genug, die Fußball-WM mal beiseite zu schieben und mal mit dem Thema Spionage, Israel oder oder oder….

In ZDFneo lief am Abend ein interessantes emotionales Experiment (“Der Rassist in uns”) und ich weiß nicht, vor was man da Angst hatte beim ZDF – das hätte natürlich ganz normal zur Hauptsendezeit ins “Zweite” gehört statt einem Film und anschließend hätte man das zum Beispiel auch mit Maybrit Illner besprechen können. So geht heutzutage Fernsehen. Den Zuschauer mitnehmen, danach Erfahrungen und Reaktionen aus Publikum und dem Second Screen abholen. Insgesamt hat sich das gebührenfinanzierte ZDF selber schweren Schaden in der Glaubwürdigkeit zugefügt und wird nun mehr oder weniger erfolgreich probieren (müssen), alles aufzuklären. Johannes B. Kerner hatte wohl einfach nur Pech und wusste von nichts, aber wie der ganze Skandal nun gehandhabt wird, muss sich in der nächsten Zeit zeigen – BILD Claus Kleber: „Hier fliegen die Fetzen!“ – manchmal kann ja ein reinigendes Gewitter auch positiv sein, die Spuren die aber ein Unwetter hinterlässt, bleiben noch länger als einem lieb sein kann. Die Medien lügen. Niemals vergessen.

Auf dem TV-Portal Quotenmeter.de ist zu lesen, dass der FDP-Politiker Holger Zastrow stellt sogar die Fernsehgebühren selber infrage – allerdings dürfte das ob der Tatsache, dass viele Politiker selbst in irgendeiner Form dort involviert sind, eher im Sande verlaufen. CDU-Politiker Wolfgang Bosbach ist ja ebenfalls im Ausschuss „Programmbeirat Programmdirektion“  – so einer in Amt und Würden, mahnt an gleicher Stelle das verlorengegangene Vertrauen an und wird aber nicht so weit gehen, die Medienabgabe abzuschaffen. Es gehört einfach mehr Transparenz und jede Menge frisches Blut ins ZDF, damit man nicht immer das Gefühl hat, das ZDF verwaltet in erster Linie sich selbst, danach das Programm und irgendwann hat man auch mal Zeit für Innovation. Musik aus allen Richtungen, Sport, Politik, Wissenssendungen und Reportagen – so etwas gehört ins öffentlich-rechtliche Fernsehen und keine Boulevard-Magazine und sinnentleerte Soap-Operas. Wenn dann dazwischen auch MAL eine Show oder der Lanz am Abend ist, sagt ja keiner etwas. Aber der Versuch, das jetzt vorhandene als den ultimativen Mix zu verkaufen, misslingt bisher kräftig. Einfach ab sofort mehr tun. Gegen die Langeweile und für das Vertrauen.

Krimis setzten Wetten dass unter Druck

Früher war “Wetten dass” ein TV-Schlachtschiff schlechthin, aber auch schon zu Gottschalks Zeiten bröckelte etwas die Fassade und die Wetten standen nicht mehr so im Vordergrund. Auch unter Markus Lanz ist die Neugier entwichen und nach einer Sendung bleibt oft die Frage “warum habe ich das geschaut”. Zurück bleibt das ZDF mit für diesen Aufwand nicht mehr angemessenen Quoten, daher sollte das Zweite mehr auf die Krimis setzen am Samstagabend. Diese sind einfacher zu produzieren und oft unterhaltsamer als dieses langatmige Wetten dass.

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So schade es auch ist, aber meiner Meinung nach ist das Scheitern von WD nicht die Schuld eines einzelnen, sondern eher, dass sich die Fernsehgewohnheiten stark verändert haben und die Show sich wie ein Kaugummi zieht. Die letzte Sendung habe ich gar nicht gesehen und verspüre nicht, etwas verpasst zu haben. Daher wäre es das Beste, wenn man die Show in der Tat an einem Wochentag und in frischer Variante einfach nochmal ansetzt. Scheinbar ist oft die Konkurrenz von RTL und Pro Sieben zu groß und dem hält der Mainzer Sender nicht stand. Die Krimis holten dagegen zum Beispiel am Samstag, den 29. März laut Quotenmeter.de 6,75 Millionen Zuschauer und das ist ein sehr guter Indikator, denn am gleichen Abend startete RTL mit den DSDS-Liveshows und Pro7 setzte nicht nur den Kölner Privatsender mit einer neuen Folge von “Schlag den Raab” unter Druck.

Wetten dass an einem Freitag hätte schon etwas, wenn die Show kurz und knackig präsentiert wird. Um 20 Uhr 15 anfangen und fest bis maximal 22 Uhr 15, danach dann die heute-Nachrichten und folgend die heute-Show. Da würde ich einfach einschalten und die Fernbedienung wäre am Freitag im Schonmodus. Da ich manchmal “Wer wird Millionär” wegen der Werbung eh aufnehme, wäre mir das also egal und ich schaue die Aufnahme später und einem guten Beginn ins Wochenende stünde nichts mehr im Wege. Wann begreifen die Fernsehmacher und Verantwortlichen denn endlich, dass generell die Zeit der TV-konsumierenden Familie endgültig vorbei ist und sich jeder zu seiner Zeit die Fernsehschnipsel ansieht, die er möchte?

Wetten dass–Herr Lanz, Stars raus!

Wenn ich diese sogenannten Stars nach der Sendung lese und in der Sendung beobachte, kommt mir das kalte Kotzen und ich werde da mit Sicherheit nicht in einem Film mit dem Armin Rohde gehen. Wer sich die harte Tortur einer Wetten dass-Sendung live antut, um damit für einen Film zu WERBEN, hat sich nicht so unflätig zu benehmen. Da kann das Handy mal aus bleiben und entweder macht man den Spaß dort mit mit allen Folgen oder eben nicht. “Nicht” heißt in dem Fall: Zu Hause bleiben. Auch wer hier über den großen Teich kommt, nur um wieder für irgendeinen 0815-Film zu werben, kann von mir aus ZU HAUSE bleiben. Ich habe ehrlich gesagt überhaupt keine Lust, mir solche maulfaulen Leute anzutun die danach nix besseres zu tun haben und unter den BILD-Rockzipfel rennen oder sonstwohin um sich da auszuheulen wie ein kleines Kind. Mimimimimi…..

Dann würde ich mir wünschen, dass da Menschen sitzen, die wenn sie den Mund aufmachen, etwas zu sagen haben und sich vielleicht mal sozial engagiert haben! Das wären wunderbare Gesprächspartner auf die man stolz wäre. Dieses ganze andere Klientel, das nur da ist wegen einem neuem Album, einem Film oder dem neuen Buch, welches öffentlichkeitswirksam in die Kamera gehalten wird oder 5x erwähnt wird, kann sich meines Erachtens aus “Wetten dass” verpissen. Jede Menge Menschen die wohltätig waren, jemand gerettet haben oder ehrenamtlich im Ausland waren, sollten ab sofort Wettpaten werden. Die sogenannten Prominenten oder die sich dafür halten sind auf jeden Fall ersetzbar. Das kann ja nun auch nicht das Problem von Lanz & ZDF sein wo diese Leute da ihre Werbung platzieren.


Und wo ich schon mal dabei bin: Die ganzen Pressefuzzies, die sich wie Hyänen auf die Beute schmeißen weil da vielleicht nicht 7 sondern nur 6 Millionen (!) Zuschauer waren, sind so was von lächerlich, sollen erst mal selber etwas LEISTEN und nicht nur strunzig am PC zu hängen und auf Schwächen des Moderators zu Warten. Aber der Mob findet immer was, braucht ja diese dämlichen Schlagzeilen, um davon abzulenken wie schlecht es auch manchen Medien geht. Ich wünsche denen mit ihren ganzen Kommentaren, die sich auf eine nicht messbare und ob ein paar Tausend Leuten mit Gerät nur angenommene Quote der GfK konzentriert, nix Gutes – denn sie haben keine Ahnung und langweilen immer wieder nach Wetten dass mit ihrer Subjektivität. Auf dem Rücken von Lanz und Wetten dass wollen sie Klicks und Hits haben und ziehen das Thema tagelang durch die Blätter. Pfui.